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Lagerbestandsgenauigkeit (Inventory Accuracy)

Was ist die Lagerbestandsgenauigkeit?

Die Lagerbestandsgenauigkeit misst, wie stark der im Warehouse Management System (WMS) geführte Bestand mit dem tatsächlich vorhandenen physischen Bestand übereinstimmt.

Sie ist eine der wichtigsten Grundlagenkennzahlen im Lager, da nahezu alle Prozesse auf korrekten Bestandsdaten basieren.

 

Wie wird die Lagerbestandsgenauigkeit berechnet?

Formel:

 (Korrekte Bestände ÷ geprüfte Bestände) × 100

Beispiel:

 Bei einer Inventur werden 1.000 Artikel geprüft, davon stimmen 980. 

 → Bestandsgenauigkeit = 98 % 

 

Was ist ein guter Wert?

  • > 99 % → Best-in-Class
  • 97–99 % → akzeptabel
  • < 97 % → kritisch

Warum ist diese KPI so wichtig?

Eine geringe Bestandsgenauigkeit führt zu:

  • Fehlbeständen trotz vorhandener Ware
  • falschen Bestellentscheidungen
  • Lieferverzögerungen
  • Umsatzverlust

👉 Sie ist die Basis für Planung, Disposition und Fulfillment.


Typische Ursachen für Abweichungen

  • Buchungsfehler im WMS
  • fehlende Scan-Prozesse
  • falsche Lagerplatzzuordnung
  • Diebstahl oder Beschädigung
  • manuelle Eingriffe

Wie lässt sich die Bestandsgenauigkeit  verbessern?

1. Permanente Inventur (Cycle Counting)

Regelmäßige Stichproben statt seltener Vollinventur

2. Scanpflicht im gesamten Prozess

Vom Wareneingang bis zum Versand

3. Klare Lagerplatzsystematik

Verwechslungen vermeiden

4. Automatisierte Buchungen

Reduzierung manueller Fehler

 

Typische Fehler bei der Interpretation

 👉 Eine hohe Genauigkeit bedeutet nicht automatisch optimale Bestände. 

Ein Lager kann:

  • sehr genau sein
  • aber gleichzeitig zu viel Bestand haben

→ Kombination mit:

  • Lagerumschlag
  • Lagerreichweite

notwendig.

 

Zusammenhang mit anderen KPIs

  • Bestandsverfügbarkeit
  • Rückstandsquote
  • Lagerumschlag

Praxisbeispiel

Ein Händler führt Cycle Counting ein:

  • vorher: 96 % Genauigkeit
  • nach Einführung: 99,2 %

Ergebnis:

  • weniger Fehlbestände
  • stabilere Lieferfähigkeit

 

❓ FAQ – Häufige Fragen zur Kommissionierleistung

Wie oft sollte gemessen werden?

Kontinuierlich über das WMS + regelmäßige Stichproben. 

Was ist besser: Vollinventur oder Cycle Counting?

Cycle Counting ist in der Praxis effizienter und aktueller. 

Welche Rolle spielt ein Warehouse Management System (WMS)?

Ein WMS ermöglicht:

  • Echtzeitbestände
  • automatische Buchungen
  • Fehlervermeidung



Fazit

Die Lagerbestandsgenauigkeit ist die Grundlage für alle logistischen Entscheidungen. Ohne verlässliche Daten sind selbst optimierte Prozesse ineffizient.

👉 „Garbage in, garbage out“ gilt im Lager besonders stark.