Die Kommissionierleistung beschreibt die Anzahl der Artikel oder Positionen, die ein Mitarbeiter innerhalb einer bestimmten Zeit (meist pro Stunde) kommissioniert. Sie zählt zu den wichtigsten Produktivitätskennzahlen im Warehouse Management, da die Kommissionierung in vielen Lagern den größten Anteil der operativen Kosten verursacht.
Formel:
Anzahl Picks ÷ Arbeitszeit (in Stunden)
Beispiel:
Ein Mitarbeiter kommissioniert 480 Positionen in 8 Stunden.
→ Kommissionierleistung = 60 Picks pro Stunde
Die Benchmarks hängen stark vom Automatisierungsgrad und der Lagerstruktur ab:
Manuelle Lager: 60–120 Picks/Stunde
Teilautomatisiert: 120–200 Picks/Stunde
Automatisiert: 200–350+ Picks/Stunde
👉 Wichtig: Ein Vergleich ist nur sinnvoll innerhalb ähnlicher Prozesse und Layouts.
Die Kommissionierung verursacht häufig über 50 % der Lagerkosten. Bereits kleine Verbesserungen haben daher große Auswirkungen auf:
1. Wegeoptimierung
Optimierte Pickrouten reduzieren Laufzeiten erheblich.
2. Batch- oder Multi-Order-Picking
Mehrere Aufträge gleichzeitig kommissionieren.
3. Einsatz von Pick-Technologien
4. ABC-Lagerstruktur
Schnelldreher näher am Versand platzieren.
5. Automatisierung
z. B. Fördertechnik oder autonome Systeme
👉 Eine hohe Kommissionierleistung bedeutet nicht automatisch hohe Qualität.
Beispiel:
Steigt die Geschwindigkeit, kann gleichzeitig die Fehlerquote zunehmen.
→ Deshalb immer im Zusammenhang mit:
bewerten.
Ein Fulfillment-Dienstleister optimiert sein Lagerlayout:
vorher: 75 Picks/Stunde
Ergebnis:
Die Kommissionierleistung ist der zentrale Hebel für Effizienz im Lager. Unternehmen, die diese Kennzahl systematisch optimieren, können ihre Kosten deutlich senken und gleichzeitig ihre Liefergeschwindigkeit erhöhen.
👉 Entscheidend ist jedoch die Balance zwischen Geschwindigkeit und Qualität.